Die Heraldik - Die Kunde von den Wappen und Ihren Anwedungen

Mit dem aufkommenden Feudalismus des Mittelalters wählten die Herrscherhäuser eigene Symbole aus. Bei den großen Feldzügen konnten dabei Dutzende Adelshäuser gemeinsam ausziehen, und ihre Rüstungen hatten zunehmend weniger Gestaltungsunterschiede aufzuweisen. So wurden die Farben und Symbole auf den Schilden zunehmend wichtiger.

Aus dem 11. Jahrhundert ist uns auch der Teppich von Bayeux überliefert, der eine einzigartige Sammlung von Schilden und Flaggen einiger angelsächsischer und normannischer Krieger zeigt, die an der Schlacht von Hastings (1066) teilnahmen.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erweiterte sich der Gesichtsschutz an Helmen vom einfachen Nasal bis zum komplett geschlossenen Topfhelm, welcher das Gesicht des Trägers nun verbarg. Die Kreuzzüge führten dazu, dass sehr viele Fürstenhäuser aus verschiedenen Königreichen gemeinsam in die Schlacht zogen. Dies bildete einen zusätzlichen Grund zur Entfaltung der Heraldik.

Vielleicht als Folge des Wirrwarrs im ersten Kreuzzug (1096–1099) fanden danach Erbschilde weite Verbreitung. Schon die neuen Kreuzfahrer des zweiten Kreuzzuges (1147–1149) empfanden es als Ehre, wenn sie das gleiche Zeichen auf dem Schild führen durften wie ihre Vorfahren unter den ersten Kreuzfahrern. Auf allen späteren Kreuzzügen prangten dann die Wappenzeichen weithin sichtbar auf den Schilden, auf Brust und Rücken, bis hin zu den Pferdedecken und den Wimpeln der Lanzen.

Einen weiteren Grund lieferten Ritterturniere, die zugleich Waffenübung und Schaustellung war. Die Kämpfe waren stark ritualisiert. Wer in einem Zweikampf verlor, der verlor dabei oft Pferd und Rüstung, eine damals sehr teure Angelegenheit. Unter der Vollrüstung des frühen 12. Jahrhunderts konnte man die Ritter kaum erkennen, daher trugen die Turnierteilnehmer ihr eigenes Wappen oder das ihres Lehnsherrn auf den Schilden.

Die Wappen aus dieser Anfangszeit der Heraldik im 12. Jahrhundert hatten noch fast durchweg praktische Funktion. Sehr wichtig war dabei die Blasonierung der Zeichen, mit denen eintreffende Ritter bei den Turnieren ausgerufen wurden. Nach dem Ruf des Herolds konnte dann jedermann auch gerüstete Ritter einem Haus zuordnen. Die beschriebenen Farben und Elemente zeigten dabei auch die Verwandtschaftsverhältnisse der Häuser auf, und einige Wappensymbole wurden so bekannt, dass sie mit eigenen Kurznamen belegt wurden.                                                                                    Quelle: wikipedia

Die Farbkennung in der Heraldik.

 

Hierbei unterscheidet man in Metall Gold (Gelb) und Silber (Weiß) sowie die Farben, Rot Blau Schwarz Grün und Purpur.

Die Regeln sahen vor das ein Wappen aus Metall und Farben bestehen soll, aber weder zwei Farben noch Metalle direkt in Verbindung kommen. d.h. zum Beispiel, das die Farbe Rot und Blau durch ein Metall z. B. Gold getrennt sind.

 

Eine Ausnahme gab es von vornherein, Das Königreich Jerusalem, welches erklärte, das für sie keinerlei Regeln gelten, haben goldene Kreuze auf silbernem Grund. (siehe unter der Farbscala)

Der Herold (spätmittelhochdeutsch heralt, heralde aus altfranzösisch héraut, haraut, hiraut, die möglicherweise auf ein unbelegtes germanisches Wort zurückgehen) war im Mittelalter ein offizieller Bote eines Lehnsherrn, eine Vorform des Diplomaten

 

Herolde waren Kenner des einschlägigen Rechts (Anfänge des Kriegs-, Urkunden- und Staatsrechts). Sie genossen diplomatische Immunität und waren an einen eigenen Ehrenkodex gebunden, der das Tragen von Waffen oder das Ausspionieren gegnerischer Stellungen verbot. Herolde trugen als Heroldstracht einen besonderen, mit dem Wappen ihres Dienstherren geschmückten Mantel, den Tappert.

 

Die Herolde waren u. a. verantwortlich für die Identifizierung der Ritter anhand ihrer Wappen im Turnier bzw. im Krieg. Zu diesem Zweck wurden Wappenrollen und Wappenbücher aufgezeichnet, die die Unterscheidung von Wappen erleichterten. Diese Verzeichnisse waren in einer besonderen Fachsprache abgefasst, die eine eindeutige Beschreibung, das Blasonieren (von französisch blason ‚Wappen‘), erleichterte.              

                                                                                                                                                                         Quelle: Wikipedia                                                                                                                 

 

Noch heute gibt es den Beruf des Herold, vorallem in den europäischen Königshäuser, wie z.B. bei den Winsors.

Aber auch in den USA könnte man denjenigen Herrn, der den amerikanischen Präsidenten in den verschiedenen Repräsentantenhäuser ankündigt, als Herold bezeichnen.

 

 

Und hier ein Beispiel moderner Heraldik: Ein Mann kam zu mir, der in einer Burg wohnt und wollte ein Wappen haben, was seinen Lebensweg von Berlin (Geburtstag), über Leipzig, NRW, wo die Bornheimer Brücke für Ihn eine große Bedeutung hatte, bis hin nach Franken (heutiger Wohnsitz) darstellt.

Seine Zeichnung wurde von mir auf ein Holzschild umgesetzt. Dieses hängt nun im Eingangsbereich im Burgmannhaus

 

Auch ein schönes Beispiel:  Ich persönlich habe mir bei einem guten Freund, der auch meinen Siegelring graviert hat, für mich und meine Liebste Verlobungskelche gravieren lassen. Meiner zeigt unser Familienwappen, welche im Siebmacher Wappenbuch für die Familie Lieb eingetragen ist. Der andere Kelch trägt ein Wappen meiner Verlobten, welche den Namen Weinrank trägt. Da ich bislang kein Wappen für eine Familie Weinrank gefunden habe, habe ich dieses Wappen für sie entworfen. Eine Eintragung in die Wappenrolle wird noch erfolgen

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© Karl-Heinz Carolan Lieb